Willkommen bei der Philharmonia Zürich


Gespräch


Wir müssen die Traditionen hinterfragen

Der italienische Dirigent und Geiger Riccardo Minasi arbeitet ab dieser Saison regelmässig mit dem Orchestra La Scintilla zusammen. Ein Gespräch über seine Ziele mit unserem Ensemble und die Pflege der historisch informierten Aufführungspraxis in der Gegenwart.

Riccardo, wir treffen uns in Zürich, aber du probst nicht mit La Scintilla?
Nein, ich bin nur auf Durchreise. Gestern war ich in Grandson am Neuenburgersee, wo es ein fantastisches Tonstudio gibt. Dort habe ich vor acht Jahren ein Album aufgenommen, bin aber bis heute nicht dazugekommen, es fertigzustellen. Das wollte ich nun endlich in Angriff nehmen. Ich plane oft zu viele Projekte gleichzeitig …

Anfang März bist du dann tatsächlich am Opernhaus und wirst hier bis Ende dieser Spielzeit mit La Scintilla gleich vier Konzerte aufführen. Wie kommt es zu dieser intensiven Zusammenarbeit und wie hat sie begonnen?
Es gab bereits eine Verbindung zu La Scintilla, bevor ich als Dirigent mit diesem Ensemble gearbeitet habe: Vor etwa zehn Jahren habe ich zusammen mit Maurizio Biondi angefangen, an der neuen kritischen Ausgabe von Vincenzo Bellinis Norma zu arbeiten, die bei Bärenreiter erschienen ist. Als Cecilia Bartoli diese Ausgabe auch für Aufführungen und ihre Aufnahme mit La Scintilla verwenden wollte, ergab sich ein erster Kontakt zwischen dem Orchester und mir – zunächst allerdings im Bereich der Forschung. Etwa gleichzeitig begann ich aber auch einzelne Konzerte zu dirigieren, lernte im Rahmen einer Ballettproduktion und bei Don Giovanni dieselben Musikerinnen und Musiker als Mitglieder der Philharmonia Zürich besser kennen – und so wurde die Zusammenarbeit immer intensiver, bis wir schliesslich eine Mozart-Platte mit Juan Diego Flórez aufgenommen und mit Mozarts Entführung aus dem Serail auch eine erste Opernproduktion auf historischen Instrumenten erarbeitet haben.

Mit den Opern von Mozart sind die Musikerinnen und Musiker von La Scintilla seit vielen Jahren vertraut. Die meisten haben sie mit Nikolaus Harnoncourt erarbeitet und dabei beständig nach einem adäquaten Klang geforscht, indem nach und nach die Spielpraxis und das Instrumentarium verändert wurde. Wie fühlt es sich an, am Pult dieses Orchesters Mozart zu dirigieren?
Es fühlt sich sehr natürlich an. Ich empfinde La Scintilla als einen sehr wandlungsfähigen Klangkörper. Es gibt andere Orchester, die vielleicht eine stärker ausgeprägte Tradition haben, gegen die man als Dirigent aber zuweilen fast ankämpfen muss, wenn man etwas Eigenes erreichen will. Das ist bei La Scintilla nicht der Fall. Manchmal bin ich selber verblüfft, wie konsequent die Musikerinnen und Musiker dieses Orchesters dem Dirigenten folgen; man kann mit ihnen viel ausprobieren, in alle Extreme gehen und jede einzelne Phrase modellieren. Als ich mit Juan Diego Flórez für sein Mozart-Album zusammenkam, stand deshalb auch schnell fest, dass La Scintilla das richtige Orchester für dieses Projekt ist: Wir suchten ein sehr flexibles Ensemble, das auf historischen Instrumenten musiziert und grosse Erfahrung mit den Opern Mozarts sowie mit der Begleitung von Sängern hat.

Auch du hast in den letzten Jahren viel mit Sängerinnen und Sängern gearbeitet, viel Beachtung fand beispielsweise das Projekt Stella di Napoli, das du mit Joyce DiDonato realisiert hast. Andererseits hast du dich 2016 vom Ensemble Il pomo d’oro getrennt, das du 2012 selber gegründet hattest. Warum ist es dazu gekommen?
Mit dem Ensemble Il pomo d’oro habe ich viele gute Projekte gemacht. Dass ich mich nach einer gewissen Zeit davon getrennt habe, hat sehr verschiedene Gründe – persönliche, aber vor allem auch künstlerische. Ich wollte mit diesem Orchester viel erreichen, habe den Musikerinnen und Musikern enorm viel abgefordert und grosse Disziplin und Seriosität verlangt. Das hat aber nicht alle gleich stark interessiert. Irgendwann gab es für mich dort kein Vorankommen mehr wie ich es gerne gehabt hätte, und deshalb auch keinen Grund mehr zu bleiben. Gleichzeitig wurde ich von vielen Orchestern als Gastdirigent angefragt, was mir neue Perspektiven eröffnete, und ich intensivierte die Zusammenarbeit mit dem Hamburger Ensemble Resonanz, das ich für eines der besten Kammerorchester in Deutschland halte. Es ist ein äusserst offenes, spielfreudiges und zielbewusstes Ensemble, mit dem die Arbeit grossen Spass macht.

Das Ensemble Resonanz spielt auf modernen Instrumenten und widmet sich sowohl älterer als auch zeitgenössischer Musik. Welche Rolle spielt heute in deiner musikalischen Arbeit die historische Aufführungspraxis?
Ich finde, dass die Bewegung der historischen Aufführungspraxis heute kläglich gescheitert ist. Was zurzeit unter diesem Begriff angeboten wird, ist – mit ein paar Ausnahmen – ein Bluff: Das Niveau, auf dem gespielt wird, ist oft erschreckend amateurhaft, und es fehlt der Austausch zwischen den Musizierenden und der akademischen Forschung. Solange diese zwei entscheidenden Faktoren nicht beachtet werden, macht es für mich keinen Sinn, in diese Richtung weiter zu gehen. Seit den Anfängen der historischen Aufführungspraxis ist unglaublich viel passiert – Instrumente wurden weiterentwickelt, Quellen erschlossen, Stücke entdeckt. Aber all dies muss Bestandteil des täglichen Probenprozesses sein. Als mir die Musikerinnen und Musiker von La Scintilla eine regelmässige Zusammenarbeit vorgeschlagen haben, bin ich deshalb nur unter gewissen Konditionen darauf eingegangen. Eine davon war, dass wir wirklich diejenigen Instrumente verwenden, die zur Entstehungszeit der jeweiligen Werke in Gebrauch waren. Manchmal werde ich von Orchestern, die auf modernen Instrumenten spielen, gefragt, ob ich Naturhörner oder historische Trompeten, die mit modernem Mundstück gespielt werden, haben möchte. Aber solche Kompromisse, die in den 70er- oder 80er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts gemacht wurden, interessieren mich nicht. Ich bevorzuge es in diesem Fall, auf modernem Instrumentarium zu musizieren – damit habe ich überhaupt kein Problem!

Solche Kompromisse zu umgehen, ist ein klares Ziel von La Scintilla. In den letzten Jahren hat das Orchester beispielsweise Werke aus der Zeit um Rossini und Bellini auf zeitgemässen Instrumenten gespielt, was mit grossen Herausforderungen verbunden ist…
Die Mitglieder von La Scintilla sind in dieser Hinsicht sehr offen. Ich habe bei spielsweise viel mit dem Solooboisten Philipp Mahrenholz oder dem Soloklarinettisten Robert Pickup über Instrumente und Spieltechniken diskutiert. Es sind Musiker, bei denen man spürt, dass sie sich und ihr Ensemble in jeder Hinsicht weiterentwickeln wollen: nicht nur musikalisch, auch technisch, ästhetisch und philosophisch sind sie stets auf der Suche nach neuen Pfaden. Wenn mir ein Orchester dieses Gefühl vermitteln kann, dann fällt es mir leichter, Verantwortung abzugeben, und ich fühle mich in meinen Absichten unterstützt.

Um noch einmal auf die Frage der Aufführungspraxis zurückzukommen: Wie schätzst du zum Beispiel die Arbeit von Teodor Currentzis und seinem Originalklang-Ensemble Music-Aeterna ein? Sie haben Werke von Rameau über Mozart bis zu Strawinsky auf recht unkonventionelle Weise eingespielt. Wie klingen diese Interpretationen für dich?
Ich habe das Ensemble letztes Jahr in Deutschland gehört, mit einer grossartigen Interpretation der Siebten Sinfonie von Beethoven. Die Musikerinnen und Musiker dieses Ensembles sind spieltechnisch auf einem sehr hohen Niveau. Teodor und ich haben zwar unterschiedliche Ansätze und Visionen. Aber ich erkenne bei ihm, dass er sich Ziele setzt, und dass er diese mit unglaublicher Energie verfolgt. Er ist ein Fanatiker wie ich – und ich glaube, das ist das Entscheidende! In meinem Studium in Rom erhielt ich damals Unterricht von Mitgliedern des Kammerorchesters I Musici. Das waren alles besessene Musiker, die unermüdlich geprobt und – bevor überhaupt von historischer Aufführungspraxis die Rede war – wichtige Pionierarbeit geleistet haben, indem sie viele Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts überhaupt wieder bekannt machten. Von diesen Lehrern bin ich geprägt; und die Energie, die sie hatten, fehlt mir heute manchmal.

Hat das denn etwas mit der heutigen Generation von Musikerinnen und Musikern zu tun? Auch im Orchestra La Scintilla rückt ja beständig eine neue Generation nach, die zum Beispiel die wertvolle Aufbauarbeit von Nikolaus Harnoncourt nicht mehr selbst erlebt hat. Was ist für diese jungen Künstlerinnen und Künstler wichtig?
Am Wichtigsten ist es, das Interesse nicht zu verlieren und es immer wieder zu wagen, Traditionen zu hinterfragen. In der praktischen Umsetzung dessen, was die Forschung ans Licht gebracht hat, gibt es immer noch viel zu tun – und in gewisser Weise ist es heute ja einfacher als je zuvor: Viele Werkausgaben und -kommentare sind heute im Internet zu finden! Vor ein paar Jahren musste ich mir noch Mikrofilme in den Bibliotheken bestellen. Heute kann jeder von zuhause aus recherchieren. Diese Chance sollten wir nutzen. Forschung ist zwar zeitaufwändig und manchmal etwas trocken, aber sie macht das Musizieren auch aufregender. Harnoncourt hat sehr richtig gesagt, dass unsere Interpretationen dann am frischesten und aktuellsten sind, wenn wir tief in der Vergangenheit graben!

Welche Schwerpunkte hast du gemeinsam mit den La Scintilla-­Mitgliedern für die Konzerte in dieser und der kommenden Spielzeit gesetzt?
Im ersten Konzert spielen wir die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach, und im zweiten steht mit den Vier Jahreszeiten von Vivaldi gleich wieder eine sehr populäre Komposition auf dem Programm. Neben der Pflege dieses Kernrepertoires ist es mir aber auch ein Anliegen, selten gehörte oder gar unbekannte Musik zu spielen: In den beiden weiteren Konzerten werden deshalb unter anderem bisher unveröffentlichte Händel-Arien sowie selten gespielte Konzerte und Sinfonien von italienischen Komponisten des frühen 18. Jahrhunderts zu hören sein. Wichtig finde ich ausserdem, dass wir alle Instrumentengruppen des Orchesters in unsere Arbeit involvieren können; das ist ein Grund dafür, weshalb wir in der kommenden Spielzeit dem in Tschechien geborenen und am Dresdner Hof tätigen Komponisten Jan Dismas Zelenka ein Programm widmen werden: Zelenka hat nicht nur einen einzigartigen, hochinteressanten musikalischen Stil, sondern er kombiniert auch sehr viele und verschiedene Instrumente miteinander; und er gehört zu den wenigen Komponisten, die im frühen 18. Jahrhundert Stücke für das Chalumeau, den Vorläufer der Klarinette, geschrieben haben.

Warum spielt ihr im ersten Konzert gleich alle sechs Brandenburgische Konzerte? Waren diese für eine solche zyklische Aufführung gedacht?
Ob sie dafür gedacht waren, weiss ich nicht. Aber es gibt einen Zusammenhang zwischen den sechs Konzerten, der nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist: Jedes der sechs Konzerte, die Bach dem Markgrafen von Brandenburg gewidmet hat, hat eine allegorische Bedeutung, die sehr genau zu erkennen ist. Der englische Musiker Philip Pickett hat diese Bedeutungen in einem Essay beschrieben – und seine Sicht überzeugt mich sehr. Die verschiedenen allegorischen Bedeutungen hängen wiederum mit der Wahl der Instrumente zusammen, was auch erklärt, warum die Konzerte so unterschiedlich besetzt sind: Die Allegorie des Triumphs im ersten Konzert hängt mit der Verwendung der Hörner zusammen, diejenige des Ruhms im zweiten Konzert mit der Trompete; im dritten Konzert ist alles von der Zahl Drei bestimmt: drei mal drei Streicher stehen im Zusammenhang mit der Allegorie der neun Musen; die tiefen Streicher im sechsten Konzert versinnbildlichen wiederum die Allegorie des «Memento mori», um nur ein paar Beispiele zu nennen. Unter diesem Aspekt finde ich es besonders verlockend, diese sechs Konzerte, die stilistisch sonst sehr unterschiedlich sind, an einem Abend zu hören.

Ist La Scintilla ein Orchester, das auf der Konzertbühne genauso versiert ist wie im Opernbetrieb, aus dem heraus es sich entwickelt hat?
Ich sehe das nicht so getrennt; das geht Hand in Hand. In unserem zweiten gemeinsamen Konzert kombinieren wir die vier Jahreszeiten-Konzerte von Antonio Vivaldi mit der Ballettmusik aus Giuseppe Verdis Oper I vespri siciliani, die ebenfalls in vier Jahreszeiten unterteilt ist – Konzert und Oper in einem Programm. Ich bin sehr gespannt, wie es uns gelingt, diese beiden völlig unterschiedlichen musikalischen Stile in einem Konzertabend miteinander zu vereinen…

Verdi auf historischen Instrumenten? Ist über die Instrumente und Praxis dieser Zeit viel bekannt?
Ja, sicher. Wir wissen viel mehr über die Zeit Verdis als über diejenige Vivaldis … Aber was die Instrumente angeht, wird es eine grosse Herausforderung! Besonders schwierig sind die Partien der Holzbläser; und gute Instrumente, die den Anforderungen dieser Musik standhalten, sind eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen dieses Vorhabens. Aber die Musikerinnen und Musiker beschäftigen sich gerade damit. Und ich denke immer: Wenn es zu Verdis Zeiten möglich war, diese Musik auf den damals vorhandenen Instrumenten zu spielen, dann muss das auch heute gehen. Es ist alles eine Frage des Engagements und des Willens!


Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Foto von Valery Joncheray.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 66, Februar 2019.
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So14Apr

Vivaldi / Verdi

5. Philharmonisches / 2. La Scintilla-Konzert

Die Vier Jahreszeiten sind zweifellos das bekannteste Werk von Antonio Vivaldi. Dank zahlloser Interpretationen und Aufnahmen erfreuen sich diese vier Violinkonzerte aus dem Jahr 1725 weit über die Grenzen des Konzertsaals hinaus grosser Beliebtheit. Jedes Konzert fängt auf betörend einprägsame Weise die Stimmung einer Jahreszeit ein – vom heiteren Frühlingserwachen über die drückende Sommerhitze bis zu den Freuden der Herbstjagd in bunten Wäldern und dem eisigen Frost des Winters reicht die Palette der Assoziationen. Der italienische Geiger und Dirigent Riccardo Minasi bringt die vier Konzerte mit dem Orchestra La Scintilla zum Erklingen und kombiniert sie mit einer anderen Jahreszeiten-Komposition, die 130 Jahre später entstanden ist: Für die Pariser Aufführung seiner Oper Les vêpres siciliennes komponierte Giuseppe Verdi eine Ballett-Musik, die ebenfalls den vier Jahreszeiten gewidmet ist. Auch dieses romantische Orchesterwerk wird vom Orchestra La Scintilla auf dem Instrumentarium der damaligen Zeit interpretiert.

14 Apr 2019

 
Konzertsaison 18/19 

Philharmonia Zürich, Orchestra La Scintilla, Ensemble Opera Nova

Im Juni 1998 wurde das Orchestra «La Scintilla» gegründet, das aus dem Orchester des Opernhauses Zürich hervorging und sich auf historische Aufführungspraxis spezialisiert hat; mittlerweile spielt es alle barocken und viele klassische Opernproduktionen am Opernhaus. Nun ist «La Scintilla» 20 Jahre alt und setzt neue Akzente: Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 wird der Geiger und Dirigent Riccardo Minasi die Konzerte mit dem Orchestra «La Scintilla» leiten. Auf dass bei Bach, Händel, Vivaldi, Corelli und Pergolesi weiterhin die Funken sprühen! In der Konzertreihe der Philharmonia Zürich dürfen Sie sich auf die italienische Pianistin Beatrice Rana freuen, eine 25-jährige und mit wichtigen Preisen bedachte Senkrechtstarterin, die zweimal am Opernhaus Zürich zu Gast sein und unter der Leitung von Generalmusikdirektor Fabio Luisi Klavierkonzerte von Beethoven interpretieren wird. Neben den Dirigenten Daniele Rustioni und Robert Trevino ist auch der britische Bernstein Spezialist Wayne Marshall zu Gast und dirigiert ein Konzert zu Bernsteins 100. Geburtstag. Das Ensemble Opera Nova wiederum zollt unter der Leitung von Hans-Peter Achberger dem Komponisten György Ligeti Tribut, dessen Grand Macabre auf unserem Opernspielplan steht. Einen weiteren Höhepunkt in unserer Konzertsaison verspricht das Benefizkonzert zum 30-jährigen Bühnenjubiläum von Cecilia Bartoli. Am Pult von «La Scintilla» steht bei diesem Konzert mit Gianluca Capuano ein weiterer Spezialist für barockes Repertoire.


Fabio Luisi


Fabio Luisi, Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich

Fabio Luisi stammt aus Genua. Er ist Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich, Chefdirigent des Danish National Symphony Orchestra, Musikdirektor des Maggio Musicale Fiorentino und designierter Music Director des Dallas Symphony Orchestra ab 2020.

Von 2011 bis 2017 war Fabio Luisi Principal Conductor der Metropolitan Opera in New York, zuvor Chefdirigent der Wiener Symphoniker (2005-2013), Generalmusikdirektor der Staatskapelle Dresden und der Sächsischen Staatsoper (2007-2010), Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters Leipzig (1999-2007) und Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (1997-2002), mit dem er zahlreiche CDs aufnahm (Poulenc, Respighi, Mahler, Liszt, eine Gesamtaufnahme der sinfonischen Werke von Arthur Honegger und Verdis Jérusalem und Alzira). Er ist Musikdirektor des «Festival della Valle d’Itria» in Martina Franca (Apulien) und Gastdirigent renommierter Klangkörper, darunter das Philadelphia Orchestra, das Cleveland Orchestra, das NHK Tokio, die Münchener Philharmoniker, die Filarmonica della Scala, das London Symphony Orchestra, das Concertgebouw Orkest Amsterdam, das Saito Kinen Orchester sowie zahlreiche namhafte Opernorchester. Bei den Salzburger Festspielen trat er mit Richard Strauss’ Die Liebe der Danae und Die Ägyptische Helena hervor. Zu seinen bedeutendsten Dirigaten am Opernhaus Zürich zählen bisher u.a. die Neuproduktionen von drei Bellini-Opern sowie Rigoletto, Fidelio, Wozzeck und Verdis Messa da Requiem. Wichtige CD-Aufnahmen sind Verdis Aroldo, Bellinis I puritani und I Capuleti e i Montecchi, sämtliche Sinfonien von Robert Schumann sowie Sinfonien und das Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln des vergessenen österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Ausserdem liegen verschiedene sinfonische Dichtungen von Richard Strauss und eine hochgelobte Aufnahme von Bruckners 9. Sinfonie mit der Staatskapelle Dresden vor. Für die Einspielungen von Siegfried und Götterdämmerung mit dem Orchester der Met erhielt er einen Grammy, 2013 wurde ihm der begehrte italienische Kritikerpreis Premio Franco Abbiati und 2014 der Grifo d’Oro der Stadt Genua verliehen. Er ist Träger des Bruckner-Ringes der Wiener Symphoniker sowie Kavalier der italienischen Republik. Im 2015 neu gegründeten Label «Philharmonia Records» der Philharmonia Zürich erschienen unter seiner Leitung bisher Werke von Berlioz, Wagner, Verdi, Rachmaninow, Bruckner, Rimski-Korsakow und Frank Martin sowie die DVDs zu Rigoletto (Regie: Tatjana Gürbaca), Wozzeck (Regie: Andreas Homoki), I Capuleti e i Montecchi (Regie: Christof Loy), die Messa da Requiem (Regie/Choreografie: Christian Spuck) und Das Land des Lächelns (Regie: Andreas Homoki).


News in Kürze 

Aktuelle Meldungen

Generalmusikdirektor Fabio Luisi wird sich ab 2021 neuen Aufgaben widmen und legt sein Amt in gegenseitigem Einverständnis ein Jahr früher als geplant nieder, um seinem Nachfolger ausreichend Zeit zur künstlerischen Gestaltung zu bieten. Neuer Generalmusikdirektor ab der Saison 2021/22 wird der renommierte Dirigent Gianandrea Noseda.